Vor dem Brand

Brandgebiet Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Unter der Überschrift „Deutscher Wald“ zeige ich Fotografien, die nach den Bränden im Sommer 2022 in verschiedenen Regionen im Land Brandenburg entstanden sind, in denen große Teile des Waldes vernichtet wurden.
Es brannte im Land Brandenburg 502 Mal im Zeitraum von März bis September 2022. In diesem Zusammenhang spricht Johann Goldammer,
Leiter der Arbeitsgruppe Feuerökologie des Max-Planck-Instituts an der Universität Freiburg, in einem Interview vom „Zeitalter des Pyrozäns“. Dieser Begriff steht für die Interaktion zwischen Natur, menschlichem Handeln und den Auswirkungen des Klimawandels *.
„Der deutsche Wald ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein Mythos, dabei ist er auch eine Industrie“– so schreibt die taz. Es ist kein Wald der da brannte. Es sind Plantagen im Land Brandenburg, industrielle Anlagen zur Produktion von schnell wachsendem Holz, die nach dem Krieg als sogenannte Reinbestände angelegt wurden, um möglichst schnell zum Rohstoff Holz zu kommen zur Zahlung der Reparationen.
Im Land Brandenburg wächst die Kiefer auf 70 Prozent der Waldfläche. Sie ist anspruchslos, wächst auf den kargen, sandigen Böden und sie wächst schnell. Ihr Holz ist aufgrund seiner Eigenschaften das mit Abstand wichtigste und am häufigsten verwendete Holz. Doch als Monokultur ist dieser „Wald“ stark anfällig. Diese Bestände begünstigen einen Befall von unzähligen Forstschädlingen, die unter den klimatischen Veränderungen häufig bessere Lebens- und Verbreitungsbedingungen vorfinden.
In meiner fotografischen Arbeit richte ich den Blick auf Anbau, Wuchs und Beschaffenheit dieses Nadelbaums, den ich mit unterschiedlichen fotografischen Techniken „porträtiere“.
* Quelle Die Zeit Nr. 42 vom 13.10.2022








